Kunigunde, Erzherzogin von Österreich und Herzogin von Bayern-München (1465-1520) Eine Biographie



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17. Zusammenfassung und Ergebnisse
Das Leben der österreichischen Erzherzogin und späteren bayerischen Herzogin Kuni-
gunde ist nicht nur dank der zeitgenössischen, teilweise romanhaften Biographie, son-
dern auch mit Hilfe zahlreicher archivalischer und gedruckter Quellen einigermaßen zu
überschauen, wenn auch gerade für die Zeit ihrer Ehe mit Herzog Albrecht IV. von
Bayern-München eine bessere Überlieferung wünschenswert wäre.
1273
 Die Kindheit der
Habsburgerin kann ebenfalls nicht restlos überblickt werden, da hier die Quellenlage,
auch aufgrund der Tatsache, daß Kunigunde „nur“ eine jüngere Tochter Kaiser Fried-
richs III. war, ebenfalls sehr lückenhaft ist. Man kann jedoch davon ausgehen, daß sich
die Erziehung der Erzherzogin, die nach dem frühen Tod ihrer Mutter Eleonore haupt-
sächlich durch deren ehemalige Hofdamen unter einer gewissen Kontrolle Kaiser Fried-
richs erfolgte, den Normen der damaligen Zeit entsprach; Kunigunde wird also nicht nur
im Lesen und Schreiben ausgebildet worden sein, sondern auch Gebete in deutscher und
lateinischer Sprache gelernt haben. Ergänzt wurde diese Ausbildung durch Tanzunter-
richt sowie eine Einführung in die Grundlagen der Repräsentation am väterlichen Hof,
wobei die Erzherzogin ihre ersten Auftritte meist in der Gesellschaft ihres Vaters oder
ihres Bruders vornahm.
Schon in frühester Kindheit kam der Erzherzogin auch eine wichtige Rolle in der väter-
lichen Politik zu: Mehrfach war eine Heirat Kunigundes mit verschiedenen Fürsten im
Gespräch, wobei gemäß dem Brauch der Zeit in der Regel ein Bündnis zwischen zwei
Fürsten durch Heirat besiegelt werden sollte. Kunigunde hatte während dieser Ver-
handlungen kein Mitspracherecht; von ihr wurde erwartet, daß sie sich dem Entschluß
ihrer Familie ohne Widerspruch fügte. Daß sie schließlich einen Mann heiratete, der
ihrem Vater zu Beginn der Heiratsverhandlungen offensichtlich recht war, von dem er
aber noch vor der Eheschließung abrückte, ist nicht etwa ihrem freien Willen zu verdan-
ken, sondern viel mehr der Tatsache, daß Kunigundes Verwandter, der Tiroler Erzher-
zog Sigmund, und ihr zukünftiger Ehemann Albrecht in den entscheidenden Situationen
großen Druck auf die junge Frau ausübten. Kunigunde sah sich in den folgenden Jahren
dem steten Zorn ihres Vaters wegen dieser Verbindung ausgesetzt, wobei der Kaiser vor
allem die expansive Territorialpolitik des Wittelsbachers im Süden Deutschlands und in
Tirol kritisierte. Unterstützt wurde die bayerische Herzogin in dieser schweren Phase
                                                                                                                                                                              
1272
 Vgl. R
IEZLER
, Vermählung; S
CHÄFFER
, Hundegebell; R
OTH
, Anna Laminit.
1273
Ein Teil der Archivalien, unter anderem die Dokumente, die die Eheschließung Kunigundes betreffen,
fiel den Zerstörungen des 2. Weltkrieges zum Opfer.

289
vor allem von ihrem älteren Bruder, dem römisch-deutschen König Maximilian, der die
Heirat aus verschiedenen Gründen nicht nur gebilligt, sondern offensichtlich sogar
angeregt hatte, und der in den Jahren des Konflikts ständig um eine Aussöhnung der
Parteien bemüht war. Daß diese Versöhnung zwischen Kaiser Friedrich auf der einen
und dem bayerischen Herzogspaar auf der anderen Seite schließlich zustande kam, ist
hauptsächlich dem Engagement Maximilians und dem Verzicht Albrechts auf einen
Großteil seiner politischen Pläne zuzuschreiben; Kunigundes Rolle beschränkte sich in
diesen Jahren, soweit die Quellenlage eine Beurteilung zuläßt, offensichtlich hauptsäch-
lich auf das Schreiben von Bittbriefen an den Vater und den Bruder sowie auf persönli-
che Gespräche, die sie mit Maximilian bei dessen Besuchen in München führte.
Während ihrer Ehe mit Herzog Albrecht IV., aus der insgesamt acht Kinder, drei Söhne
und fünf Töchter, hervorgingen, lebte Kunigunde so, wie man es von einer Herzogin
erwartete, indem sie, ebenso wie in ihrer Jugend am väterlichen Hof, repräsentative
Aufgaben erfüllte; so war sie etwa bei Empfängen anderer Fürsten zugegen, wenn diese
Herzog Albrecht und seine Residenzstadt besuchten. Gelegentlich begleitete die Herzo-
gin ihren Ehemann auch auf seinen Reisen, so beispielsweise im Jahr 1505, als in Augs-
burg über die Zukunft Bayerns verhandelt wurde. Zudem hatte sie für Bitten von Seiten
der Bevölkerung stets ein offenes Ohr und versuchte zu helfen, wo immer es ihr möglich
war, indem sie diese Bitten an ihren Bruder oder andere Personen weiterleitete. Politisch
scheint sich die bayerische Herzogin in den Jahren ihrer Ehe nur selten engagiert zu
haben, bekannt ist lediglich ihr Einsatz während des Landshuter Erbfolgekrieges, als sie
ihren Bruder vor der versammelten Bundesversammlung demütig bat, das beste für ihre
Familie zu unternehmen. Diese Haltung der Jahre 1505/06, aus der hervorgeht, daß sie
das Ansehen ihrer Familie über alle anderen Dinge zu stellen bereit war, bestätigte
Kunigunde auch nach dem Tod ihres Mannes während der Auseinandersetzung ihrer
Söhne Wilhelm und Ludwig um die Nachfolge Herzog Albrechts sowie im Konflikt
ihrer Tochter Sabine mit deren Ehemann Ulrich von Württemberg. In ersten Fall war die
Herzogin nicht länger bereit, die in der Primogeniturregelung Herzog Albrechts
festgelegte Rangminderung des jüngeren Sohnes länger zu dulden; um dessen
Gleichstellung mit seinem Bruder Wilhelm zu erreichen, war die Herzogin sogar bereit,
auf einen Teil ihrer eigenen Ehre als Tochter und Schwester eines Kaisers zu verzichten,
die ihr zeit ihres Lebens sehr viel galt, wie sie in verschiedenen Briefen immer wieder

290
zum Ausdruck brachte.
1274
 Mit Hilfe der bayerischen Landstände, denen aus machtpoli-
tischen Gründen an einer Herrschaftsteilung im Herzogtum Bayern gelegen war, konnte
Kunigunde ihren Willen in diesem Jahr 1514 schließlich durchsetzen. Auch im Fall
ihrer Tochter Sabine, die mit Herzog Ulrich von Württemberg verheiratet war und die
vor dessen Brutalität nach München geflohen war, war Kunigunde nicht bereit, die
Verletzung der Ehre zu tolerieren, auch wenn in diesem Falle ihre Tochter davon betrof-
fen war. Es ist auffällig, daß Kunigunde immer dann aktiv und persönlich ins politische
Geschehen eingriff, wenn die Ehre eines oder mehrerer Familienmitglieder auf dem
Spiel stand, oder wenn die Stellung ihrer Familie insgesamt gefährdet schien.
Schon einige Jahre zuvor, unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes, war es Kunigunde
gelungen, ihre Wünsche durchzusetzen und sich gegen den Willen des gesamten Hofes
in das Münchner Pütrich-Regelhaus zurückzuziehen, wobei sie ihre Kinder, die allesamt
noch minderjährig waren, in der Obhut von Bediensteten zurückließ. Erleichtert wurde
ihr dieser Entschluß  möglicherweise durch die Tatsache, daß Herzog Albrecht bereits
zwei Jahre vor seinem Tod in der Primogeniturordnung die Zusammensetzung der vor-
mundschaftlichen Regierung für seinen ältesten Sohn Wilhelm festgesetzt hatte, in der
die Herzogin entgegen den Gebräuchen der Zeit nicht vertreten war. Die Vermutung,
Herzog Albrecht habe seine Frau, die zu seinen Lebzeiten ohnehin kein großes politi-
schen Engagement gezeigt hatte, bewußt ausgeschlossen, wird durch Kunigundes Ver-
halten während des Jahres 1514 bestätigt, als sich die Herzogin gemeinsam mit den
bayerischen Landständen und Herzog Ludwig daranmachte, die Primogeniturordnung
ihres Mannes zumindest kurzfristig wieder rückgängig zu machen.
Der Rückzug Kunigundes ins Kloster, der offensichtlich von langer Hand geplant wor-
den war, bestätigt die Frömmigkeit, durch die sich die Herzogin seit frühester Kindheit
ausgezeichnet hatte; daß ihr Glauben nicht nur oberflächlich war und daß sich die Her-
zogin mit großem Eifer für „ihr“ Regelhaus einsetzte, belegen ihre zahlreichen Aktivi-
täten in den folgenden Jahren: Zu nennen sind hier die auf Kunigundes Anregung
durchgeführte Neuregelung der Klosterstatuten von 1518, die Änderung ihres Testa-
mentes zugunsten des Pütrich-Regelhauses oder die Stiftungen zugunsten der Kirche
und der Klosteranlage. Trotz ihrer Religiosität blieb die Herzogin eng mit der Realität
                                                           
1274
Sie erklärte in den Jahren 1514/15 mehrmals, daß sie, als eine geborene Fürstin von Österreich,
schließlich keines Grafen oder Bastarde hervorgebracht habe; wie groß das Interesse Kunigundes an
einer Gleichstellung Ludwigs gewesen sein muß, geht aus einem Brief de Herzogin an Wilhelm
hervor, indem sie erklärte, daß auch er nicht sicher sein könne, daß Herzog Albrecht sein Vater sei.

291
verhaftet, wie das Beispiel der Entlarvung der Augsburger Schwindlerin Anna Laminit
zeigt, die mit ihrer Aussage, sich nur von den Hostien des Abendmahls zu ernähren,
zahlreiche Gläubige getäuscht hatte.
Die zunehmende Politisierung im Handeln Kunigundes wird aber nicht nur durch die
oben geschilderten Einmischungen in die bayerische Landespolitik belegt, sondern auch
durch die Intensivierung ihrer Korrespondenz. So wandte sie sich in den ersten Jahren
ihrer Ehe mit kleinen Bitten und Geschenken hauptsächlich an Personen, die ihr auch
persönlich bekannt waren und ihr nahestanden, wie beispielsweise ihre Tiroler Ver-
wandten oder ihr Bruder. In ihren letzten Lebensjahren scheute sie schließlich im Inter-
esse ihrer Kinder nicht mehr davor zurück, auch an die „Großen“ der damaligen Zeit,
etwa an König Karl V. oder an König Emanuel I. von Portugal zu schreiben, mit denen
sie zwar weitläufig verwandt war, die sie allerdings nie persönlich getroffen hatte. Ziel
dieser Briefe war wiederum eine Verbesserung des Ansehens ihrer Familie: In den
Schreiben an Karl wollte sie ihre Söhne von dem Verdacht befreien, sich allzu intensiv
um das Bistum Salzburg bemüht zu haben, in den Briefen an Emanuel griff sie unter
anderem einen älteren Plan Maximilians auf, einen ihrer Söhne mit einer portugiesi-
schen Prinzessin zu verheiraten. Die Bitte der Münchner Pütrich-Schwestern, Emanuel
möge die Nachfolge Maximilians als „geistiger Vater“ des Hauses annehmen, geht ver-
mutlich auch auf eine Anregung der Herzogin zurück und belegt ihre Bemühungen, das
portugiesische Königshaus näher mitden Wittelsbachern zu verbinden.
Abschließend läßt sich sagen, daß man in der Persönlichkeitsentwicklung Kunigundes
durchaus eine gewisse Emanzipation feststellen kann: War sie in ihrer Jugend als öster-
reichische Erzherzogin wirklich ein Spielball ihrer Familie, die zu einer angemessenen
Heirat gedrängt werden konnte, so begann sie sich schon während ihrer Ehe mit Herzog
Albrecht für ihre Kinder einzusetzen. Nach dem Tod ihres Mannes läßt sich deutlich
feststellen, daß Kunigunde nun auch bereit und in der Lage war, selbständig zu handeln.
Dabei ist auffällig, daß sie meist dann in die Politik eingriff, wenn sie die Interessen
ihrer Kinder und des Hauses Bayern gefährdet sah. Wie gerade das Beispiel des Jahres
1514 zeigt, war Kunigunde zu einer relativ selbständig handelnden Persönlichkeit
geworden, die allerdings noch sehr den Traditionen mittelalterlichen Denkens verhaftet
war, da sie eine traditionelle Teilung des Landes dem aufkommenden Einheitsgedanken
vorzog, gerade in diesem Fall spielen allerdings auch persönliche Motive, nämlich die
                                                                                                                                                                              
Dieser Aussage ist nur aus der Erregung Kunigundes heraus zu verstehen, da eine uneheliche Geburt

292
Zuneigung Kunigundes zu ihrem Sohn Ludwig, eine große Rolle. Daß Kunigunde auch
in der Lage war, pragmatisch zu Handeln und nicht alles, was man ihr erzählte, als wahr
anzusehen, zeigt ihre Vorgehensweise bei der Entlarvung der Schwindlerin Anna Lami-
nit, die sie durch bloßes Beobachten überführen konnte.
All diese Beispiele zeigen, daß Kunigunde ein typisches Produkt ihrer gesellschaftlichen
Schicht und ihrer Zeit war: Einerseits war sie noch eng den Traditionen der mittelalter-
lichen Welt verbunden, andererseits zeigte sie, ohne sich öffentlich auf die Ideen der
Renaissance und des Humanismus zu stützen, aber deutliche Ansätze,  über sich selbst
zu bestimmen und ihre eigene Meinung deutlich zum Ausdruck zu bringen.
                                                                                                                                                                              
das fürstliche Ansehen, auf das Kunigunde sehr hohen Wert legte, pulverisiert hätte.

293
Anhang: Kurzregesten der Briefe Kunigundes
D
ATUM
: April 1474
A
DRESSAT
: Kunigunde an Bürgermeister, Richter und Rat von Wiener Neustadt
I
NHALT
: Tod des Pfarrers Andre Gössel
Ü
BERLIEFERUNG
: Österreichische Nationalbibliothek, Nachlaß Birk, Schachtel 34
D
ATUM
: ohne Datum, vermutlich September 1486
A
DRESSAT
: Kunigunde an Kaiser Friedrich
I
NHALT
: Der Brief des Vaters sei zu spät gekommen, sie habe nach Vorlage einer Voll-
macht für Sigmund in die Heirat eingewilligt, ein Streit soll auf alle Fälle vermieden
werden.
Ü
BERLIEFERUNG
: im 2. WK verloren gegangen
DATUM: München, 22. Juni 1487
ADRESSAT: Kunigunde an den kaiserlichen Protonotar Johann Waldner
INHALT: Ihr Hofmeister Wilhelm von Mäxelrein habe vor einem Jahr am Hofgericht
Albrechts ein Urteil gegen sich und für Wolfgang Camrer empfangen und danach an das
kaiserliche Kammergericht appelliert. Die Appellation sei nicht beantwortet worden;
Bitte an Johann Waldner, sich um eine Annahme der Appellation kümmern, bis in die-
ser Sache ein Rechtstag gehalten werden wird.
ÜBERLIEFERUNG: TLA Innsbruck, Sigm. XIV, 1211
DATUM: 4. Juli 1493
ADRESSAT: Albrecht und Kunigunde an Sigmund von Tirol
INHALT: Bitte an Sigmund, eine Tochter des Sebastian von Rorbach in den Hofstaat
von Sigmunds Gattin Katharina aufzunehmen.
ÜBERLIEFERUNG: TLA Innsbruck, Sigm. IV a 208
DATUM: 23. November 1493
ADRESSAT: Kunigunde an Sigmund von Tirol
INHALT: Kunigunde schickt Sigmund ein Wildschwein, das er und seine Frau sich
schmecken lassen sollen und herzliche Grüße.
ÜBERLIEFERUNG: TLA Innsbruck, Sigm. IV a 228,8
DATUM: 15. August 1494
ADRESSAT: Kunigunde an König Maximilian
INHALT: Bitte um Förderung des Tiroler Obstgärtners Balthasar Hornbach.
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, Käa 973, fol. 88.
DATUM: 27. Dezember 1495
ADRESSAT: Kunigunde an Sigmund von Tirol
INHALT: Kunigunde schickt Sigmund sechs Lachsförchen und wünscht alles Gute für
das kommende Jahr.
ÜBERLIEFERUNG: TLA Innsbruck, Sigm. IV a, 205
DATUM: 26. Juni 1596
ADRESSAT: Kunigunde und Albrecht an König Maximilian

294
INHALT: König Maximilian soll dem ehemaligen Regensbürger Bürger Hans Trainer
eine Urkunde als Neubürger von Straubing ausstellen und die Zitation vor das Kammer-
gericht annulieren.
ÜBERLIEFERUNG: Wiesflecker, Regesten, Bd. 2, 2, Nr. 7095
DATUM: 7. Oktober 1497
ADRESSAT: Kunigunde an König Maximilian
INHALT: Sie bittet darum, den Abt vom Tegernsee bezüglich seines Gotteshauses gnä-
dig anzuhören.
ÜBERLIEFERUNG: HHStA Wien, Maximilia 4b, fol. 281
DATUM: 26. Oktober 1497 (Autographe Unterschrift)
ADRESSAT: Kunigunde an den Tiroler Kanzler Zyprian von Sernteiner
INHALT: Sie bittet um Förderung für Sigmund Brugker, den Sernteiner in seine Kanz-
lei aufnehmen solle.
ÜBERLIEFERUNG: TLA Innsbruck, Max. XIII/256/III, fol. 23
DATUM: 2. Mai 1499
ADRESSAT: Kunigunde an König Maximilian
INHALT: Kunigunde wünscht viel Spaß mit dem neuen Pferd und alles Gute im Krieg
gegen die Eidgenossen.
ÜBERLIEFERUNG: TLA Innsbruck, Max. XIV, 1499, fol. 27
DATUM: 19. November 1500
ADRESSAT: Kunigunde an König Maximilian
INHALT: Sie bittet um Unterstützung des ehemaligen kaiserlichen Kaplans Nicolaus
Veldorffer in dessen Auseinandersetzung mit dem Priester Johann Geyer und dem
Bischof von Passau.
ÜBERLIEFERUNG: TLA Innsbruck, Max. XIV, 1500, fol. 71
DATUM: 5. März 1505
ADRESSAT: Kunigunde und Albrecht an König Maximilian
INHALT: Empfehlung für den herzoglichen Rat Ulrich von Westerstetten für die Nach-
folge des verstorbenen Bischofs von Augsburg.
ÜBERLIEFERUNG: HHStA Wien, Max. 9a/1, fol. 113.
DATUM: 4. April 1505
ADRESSAT: Kunigunde an König Maximilian
INHALT: Kunigunde bittet um die rasche Ansetzung eines Schiedstages wegen des
Landhuter Erbfolgekrieges.
ÜBERLIEFERUNG: HHStA Wien, Max. 9a/2, fol. 10
DATUM: April 1508 (Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an Herzog Wilhelm
INHALT: Schriftliche Bestätigung betreffs ihres Testaments
ÜBERLIEFERUNG: Geh.HausA, Haus-Urkunden 904
DATUM: 1508 (als Folge eines Briefes vom 11. Dezember) (Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an Herzog Wilhelm

295
INHALT: Kunigunde bittet ihren Sohn, gemäß dem Bittbrief des Grafen Georg zu
Schawnberg einen gewissen Hans Beham in die herzogliche Kanzlei aufzunehmen
PÜERLIEFERUNG: BayHStA KÄA 973 fol. 239, 240
DATUM: August 1509 (autographe Unterschrift)
ADRESSAT: Kunigunde und ihre Töchter Sybille und Sabine an Kaiser Maximilian
INHALT: Der Kaiser soll sich für die Freilassung des Markgrafen von Mantua einsetzen
ÜBERLIEFERUNG: HHStA Wien, Max. 14/b2, fol. 24.
DATUM: ohne Datum, 1510? (Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an Herzog Wilhelm
INHALT:Ihren Besitz und ihr Testament betreffend: Kunigunde gibt an, was sie ver-
schenkt hat, was sie mit ins Kloster genommen hat, was sie von Albrecht als Unterhalt
bekommen hat:
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, KL, Fasz. 427/20
DATUM: 1512
ADRESSAT: Kunigunde an Anna Laminit in Augsburg
INHALT: Einladung nach München ins Pütrich-Kloster
ÜBERLIEFERUNG: Rem, Chronik
DATUM: ohne Datum, 1512?
ADRESSAT: Kunigunde an Kaiser Maximilian
INHALT: Persönliche Bitte Kunigundes, den Bischofsstuhl in Salzburg mit ihrem
jüngesten Sohn Ernst zu besetzen.
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA KÄA 4050, fol. 106r-107v (undatiert)
DATUM: 1. Oktober (ohne Jahr,1513?) (Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an Herzog Wilhelm
INHALT: Kunigunde schickt ihrem Sohn die Schuldbriefe, die sie gegenüber dem
Probst von Beyharting in Höhe von 600 Gulden entledigt hat, obwohl dieser keinen
Schuldbrief des verstorbenen Albrecht vorlegen konnte. Kunigunde wußte, daß Albrecht
dem besagten Probst die Summe von 600 Gulden schuldig war; damit Herzog Wilhelm
sieht, daß alles mit rechten Dingen zugegangen ist, schickt sie ihm die Bestätigungen
des Pfarrers und Dechanten von Glaum.
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, Kurbayern Urkunden 23961
DATUM: 18. Februar 1513
ADRESSAT: Kunigunde an Herzog Wilhelm
INHALT: Auf Bitten verschiedener Leute will sie ein gutes Wort für Dr. Ilsing einlegen,
da Ludwig in dieser Angelegenheit noch nichts unternommen habe.
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA KÄA 1970, fol. 26
DATUM: 27. April 1513 (Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an Herzog Wilhelm
INHALT: Kunigunde schickt von ihr entledigte Schuldbriefe in Höhe von 3 000 Sulden,
die dem Probst von Dietramszell und der Äbtissin von Annger als verschriebenes Zins-
geld nicht ausbezahlt worden waren.
ÜBERLIEFERUNG: Geh.HausA. Haus-Urkunden 1072

296
DATUM: 16. Oktober 1513
ADRESSAT: Kunigunde an nicht genannte Augburger Persönlichkeit oder Gruppe
INHALT: Geschichte der Entlarvung der Anna Laminit
ÜBERLIEFERUNG: Rem, Chronik
DATUM: 16. Mai 1514
ADRESSAT: Kunigunde an Kaiser Maximilian
INHALT: Beschwerde Kunigundes über die kaiserliche Instruktion, ihre Söhne würden
sich glänzend vertragen, Maximilian soll die neue Harmomie nicht zerstören etc.
ÜBERLIEFERUNG: Krenner, Landtag 1514, S. 435-440
DATUM: 20. Mai 1514
ADRESSAT: Kunigunde an die bayrische Landschaft (laut Krenner Autograph)
INHALT: Ausschuß habe sie um Rat in der Handlung ihrer Söhne gebeten, nachdem
Ludwig von seinem Bruder drei Vorschläge erhalten habe; Ludwig habe sie um Rat
gebeten, sie wolle eine Mitregierung Ludwigs und daß sich die Landschaft an den ge-
schlossenen Vertrag halte; sie wolle sich beim Kaiser für die Einhaltung des Vertrages
einsetzen
ÜBERLIEFERUNG: Krenner, Landtag 1514, S. 362f.
DATUM: 15. Juni 1514
ADRESSAT: Kunigunde an Maximilian
INHALT: Sie hat Entgegenkommen ihres Bruders vernommen und bedankt sich , daß er
ihr zugesteht, die Sache nach ihrem Gefallen zu beenden, sie ist einverstanden, daß der
Kaiser für rechten Gehorsam der Landschaft sorgen will; sie hat Angst,daß Wilhelm
Maximilian dazu bewegen könne, seine Meinung bezüglich der Mitregierung zu ändern
und erinnert an die gemeinsame Regierung Albrechts und Sigmunds
ÜBERLIEFERUNG: Krenner, Landtag 1514, S. 443ff.
DATUM: 24. Juni 1514
ADRESSAT: Kunigunde an die Räte Kaiser Maximilians
INHALT: Sie habe dessen Befehl, daß weder Wilhelm noch Ludwig zu Maximilian
kommen sollen, vernommen, ist aber überzeugt, daß jeder Aufschub der Sache schade
etc.
ÜBERLIEFERUNG: Krenner, Landtag 1514, S. 483ff.
DATUM: 3. August 1514
ADRESSAT: Kunigunde an Kaiser Maximilian
INHALT: Kunigunde entschuldigt sich, daß sie und Ludwig wegen ihrer schweren Er-
krankung nicht reisen können; Ludwig habe ihr versprochen, noch einige Tage bei ihr zu
bleiben, Maximilan soll Ludwig dies nicht verübeln; Klage über den ungehorsamen
Sohn Wilhelm, der in Burghausen sein Geld verschwendet; nach ihrer Genesung wolle
sie mit dem Bruder zusammentreffen.
ÜBERLIEFERUNG: Krenner, Landtag 1514, S. 492-495
DATUM: undatiertes Konzept (zwischen 1514 und 1516) (Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an Herzog Wilhelm und Herzog Ludwig
INHALT: Kunigunde äußert sich über ihre Rolle im Erbstreit ihrer Söhne,  über den
Einigungsvertrag und über den Ablauf der Huldigung der Städte München, Landshut,
Ingolstadt und Straubing.

297
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, KÄA 4050, fol. 207.
DATUM: Ende 1514
ADRESSAT: Kunigunde an ihre Tochter Sabine
INHALT: Rat an die Tochter, ihren Gemahl mit Geduld und Demut zu überwinden und
soweit als möglich zu lieben
ÜBERLIEFERUNG: Riezler, Geschichte Baierns, Bd. 4, S. 40
DATUM: 21. Dezember 1515
ADRESSAT: Schreiben Kunigundes an die bayrischen Landstände
INHALT: Ehekrise ihrer Tochter Sabine
ÜBERLIEFERUNG: Krenner Landtag 1515/16, S. 103-109
DATUM: 24. März 1516 (laut Krenner Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an Graf Wolfgang von Hag, ähnlich an Herrn Christoph von
Laymingen
INHALT: Klage über den Hofmeister Stauf, durch dessen Handlungen Schaden ent-
standen sei.
ÜBERLIEFERUNG: Krenner, Landtag 1515/16, S. 299f.
DATUM: 29. März 1416 (laut Krenner Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an die versammelten Landstände
INHALT: Ihre Tochter Sabine betreffend, Kunigunde fordert die Landschaft auf, Herzog
Ulrich zu bestrafen, da dieser ihre schuldlose Tochter mißhandelt habe.
ÜBERLIEFERUNG: Krenner, Landtag 1515/16, S. 320-323
DATUM: 6. Januar 1517 (autographer Zusatz)
ADRESSAT: Kunigundes an ihre Söhne Herzog Wilhelm und Herzog Ludwig
INHALT: Quittung über ihre Morgengabe von 10 000 fl., die sie zur Bezahlumg der
Schulden Albrechts bei ettlichen Stiften, Gotteshäusern und Kirchen verwendet hat.
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, Haus- und Familiensachen 1517
DATUM: ohne Datum (1518) (Autograph)
ADRESSAT: Kunigunde an Herzog Wilhelm
INHALT: Kunigunde bittet Herzog Wilhelm, den Kauf eines Hungerhauses für das
Pütrich-Regelhaus zu ermöglichen
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, Haus- und Familiensachen, 1518
DATUM: ohne Datum
ADRESSAT: Kunigunde an den ehemaligen Rat Bartholomäus Schrenck
INHALT: Bericht über den von ihr geplanten und Bau eines Hungerhauses und Klage
über fehlendes Verständnis der Stadt München, die das Projekt zum Scheitern bringt
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, Fürstensachen 305, fol. 11
DATUM: 1519
ADRESSAT: Schwestern des Münchner Pütrich-Regelhauses an König. Emanuel von
Portugal
INHALT: Auf Betreiben Kunigundes, die auch aus dem königlichen und edlen Geblüt
von Portugal stammt, bitten sie den König, dem verstorbenen Maximilian als
„geistlicher Vater“ des Klosters nachzufolgen.

298
ÜBERLIEFERUNG: OA 6, S. 418f.
DATUM: 25. Mai 1519
ADRESSAT: Kunigunde an König Karl V.
INHALT: Kunigunde unterstützt in diesem Schreiben das Anliegen der zur Reise zu
Karl bestimmten Gesandten, die die Unschuld der Bayern bezüglich des Streites um das
Bischofsamt zu Salzburg beteuern sollen.
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, KÄA 4050, fol. 209r-210v (Konzept), fol. 223rv
(Reinschrift)
DATUM: ohne Datum (1519)
ADRESSAT: Kunigunde an König Emanuel von Portugal (Konzept)
INHALT: Antwort der Kunigunde auf dessen Kondolenzbrief, nach dem Tod der
Tochter am 18. April entstanden, da deren Tod erwähnt ist.
ÜBERLIEFERUNG: BayHStA, Fürstensachen 305, fol. 10
DATUM: 9. Dezember 1519
ADRESSAT: Kunigunde an König Emanuel von Portugal und an dessen Frau Eleonore
INHALT: Vorschlag, ihren Sohn Herzog Wilhelm mit einer Tochter der beiden zu ver-
heiraten, um die Verwandtschaftsverhältnisse aufzufrischen.
ÜBERLIEFERUNG: OA 6, S. 420

299
Abkürzungsverzeichnis
a.a.O.
am angegebenen Ort
Abb.
Abbildung
AF
Alte Folge
Anm.
Anmerkung
Aufl.
Auflage
AZ
Archivalische Zeitschrift
BayHStA
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München
BayStabi
Bayerische Staatsbibiliothek, München
BBB
Karl Bosl (Hg.): Bosls Bayerische Biographie. 8000 Persönlichkeiten aus
15 Jahrhunderten. Regensburg 1983.
Bd.
Band
bearb.
bearbeitete
BFB
Bibliotheksforum Bayern
DA
Deutsches Archiv für die Erforschung des Mittelalters
ders.
derselbe
dies.
dieselbe
DHGE
Dictionnaire d`histoire et de géographie ecclésiastiques
Diss.masch.
ungedruckte Dissertation
Fasz.
Faszikel
fol.
folio
Geh.HausA
Geheimes Hausarchiv München
GWU
Geschichte in Wissenschaft und Unterricht
Hg.
Herausgeber
HHStA
Haus-, Hof- und Staatsarchiv
Hrsg. v.
Herausgegeben von
HRW
Handwörterbuch zur Deutschen Rechtsgeschichte
KÄA
Kurbayern Äußeres Archiv
KL
Kloster-Literalien
Korr.Akten
Korrespondenz-Akten
KR
Kammerrechnungen
LdM
Lexikon des Mittelalters
LThK
Lexikon für Theologie und Kirche
MIÖG
Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung
Max.
Maximiliana
Nachdr.
Nachdruck
NDB
Neue Deutsche Biographie
Neudr.
Neudruck
NF
Neue Folge
OA
Oberbayerisches Archiv

300
o.O.
ohne Ort(sangabe)
Sigm.
Sigmundiana
Sp.
Spalte
StadtA
Stadtarchiv
TLA
Tiroler Landesarchiv
unver.
unveränderte(r)
VHO
Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg
VL
Verfasserlexikon. Die deutsche Literatur des Mittelalters. 2. völlig neu
bearb. Aufl.
VSWG
Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
WMR
Wiesflecker, Hermann, Maximilian-Regesten, Graz
ZBLG
Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte
ZHF
Zeitschrift für historische Forschung
ZWLG
Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte

301
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